
01.01.2009 – Zuhause
Die Tour rückt immer näher. Ein ganz mulmiges Gefühl, so lange von zu Hause weg zu sein, denn so eine Mammut Tour an einem Stück gab es bei mir noch nie, in meinen vierzig Jahren Tourleben. Da muss ich bestens organisiert sein. Deshalb verbringe ich die nächsten Tage damit meinen Schreibtisch zu räumen und für drei Monate meine Koffer zu packen....
06.01.2009 – Zuhause
Der Sattelschlepper rollt an um mein Equipment zu holen, inklusive meiner ersten Gepäckstücke. Vermutlich denkt die halbe Straße - wie so oft - Kravetz zieht aus.
10.01.2009 – Tutzing
Gegen 10 Uhr geht’s Richtung Airport Hamburg. Freudiges Wiedersehen in Tutzing mit den üblichen Verdächtigen. Die Band hat sich für diese Tournee um einige Gäste vergrößert: John Smith ist wieder dabei, mein langjähriger Freund Frank Diez und für mich der beste Percussionist der Welt – Ray Cooper - den ich 1979 auf der Elton John Welttournee zum ersten Mal in der Hamburger Musikhalle bewundern durfte. Außerdem hat er noch mit etlichen Größen musiziert wie die Beatles, Pink Floyd, Eric Clapton und Vielen mehr. Damit dürften wir wohl die beste Besetzung haben, die wir je hatten. Was das Wetter betrifft, sieht alles ganz anders aus… Wir haben unerträgliche Minusgrade aber dafür eine musikalisch heiße Zeit, jedenfalls so lange bis mich eine schwere Erkältung erwischt, die über drei Wochen dauern sollte, trotz Arztbesuche und einige medizinischer Menüs.
Die nächsten 14 Tage sind sicherlich das härteste Kapitel in meiner Tourneevorbereitung. Jeden Tag, ab 10 Uhr, wird zehn Stunden lang Songs ausgewählt, neu bearbeitet und das Programm geprobt – was von uns allen höchste Konzentration fordert. Am 22. Januar, um 17 Uhr erklingt der letzte Ton in Tutzing. Draußen stehen schon 10 Aufbauhelfer, um die komplette Backline in die Trucks zu laden. Mein Equipment rollt damit jetzt Richtung Waldkraiburg.
24.01.2009 – Offenburg
Kurzstop in Offenburg zu Wetten Dass für die neue Single "Verlier Sie nicht", die die Redaktion unbedingt im TV haben will. So fahren wir also sieben Stunden von Tutzing zur Sendung. Wiedersehen mit Thomas Gottschalk, der sich bei der Kameraprobe kurzerhand meine Brille auf die Nase setzte, um die Kurzsichtigkeitsunterschiede zu prüfen.
25.01.2009 – Waldkraiburg
Umzug nach Waldkraiburg. Die Musikproben im Studio sind abgeschlossen und ab heute wird mit kompletter Produktion (Licht / PA / Bühnenset) geprobt. Nach rund 3 Wochen freuen wir uns auf die Tournee wie scharfgemachte Rennpferde, denn wir brauchen endlich mal Feedback. In Waldkraiburg hatte ich übrigens mein erstes musikalisches Liveerlebnis 1977 mit Peter.
26.01.2009 – Waldkraiburg / GENERALPROBE I.
Sehr familiäre Generalprobe. Vater Maffay saß in der ersten Reihe, was selbst Peter überraschte. Viele Freunde aus seiner Jugendzeit waren gekommen, inklusive seiner ersten Band. Unser musikalisches Konzept geht auf.
27.01.2009 – Waldkraiburg / GENERALPROBE II.
Die zweite Generalprobe. Nach ein paar Programmänderungen, spielen wir heute erneut vor ausverkauftem Haus.
28.01.2009 – DAY OFF
Nach den letzten Tagen ist Ausruhen angesagt!
29.01.2009 – München
Heute ist die wirkliche Premiere - Trotz der zwei Probekonzerte in Waldkraiburg sind wir alle doch ein bischen nervös. Es sind viele Freunde, Geschäftspartner und Journalisten da, die uns unter die Lupe nehmen. Pascal erntet gleich am ersten Tag Standing Ovation für sein Auftritt mit "Dead Birth on the Beach", ein Song den ich damals mit Eric Burdon geschrieben habe. Ich bin selbst beeindruckt, wie er die Nummer rüber bringt. Nach dem Konzert sind wir von der Sony zur Platinverleihung von EWIG eingeladen. Apropos Familie - Unsere Familie hat sich um ein weiteres Mitglied vergrößert - Sir Charles Passmann Engel – der zum offiziellen Band Maskotchen erklärt wird, unterhält uns in vollem Umfang...
Übrigens: Vor der Halle wurde ein Ü-Wagen von Concert Online gesichtet. – die uns ab sofort die komplette Tournee begleiten und jedes Konzert aufzeichnen, was man sofort im Anschluss an das Konzert auf einem USB Stick kaufen kann. Also Kravetz – keine falschen Töne - es kann alles gegen dich verwendet werden.
30.01.2009 / 31.01.2009 – München
Nachdem wir beim ersten Konzert frenetisch gefeiert wurden, folgen zwei Weitere. Yaris und seine Mama Tania besuchen uns und der Kleine versucht sich beim Soundcheck an meiner Orgel. Alle Tricks meines Technikers Andreas Zabel, das Instrument ruhig zu stellen, scheiterten. Maffay junior hat uns schnell durchschaut und so macht er sich meine rote Kiste völlig selbstständig wieder an. Nach diesem tollen Start in München kann man beruhigt in den nächsten Tag gehen.
01.02.2009 – Day Off / Nürnberg
Heute ist flexible Tagesgestaltung. Ich gehe mit meiner Freundin ins Kino.
02.02.2009 – Nürnberg
Es ist schon lange her, dass ich in dieser Halle war - mindestens 15 Jahre. Ich freue mich drauf.
03.02.2009 – Regensburg
Wir bleiben in Nürnberg stationiert.
04.02.2009 – Ingolstadt
Die Stadt versinkt im Nebel. Schöne Halle diese Saturnarena. Wir haben heute viele taubstumme Gäste die sich das Konzert ansehen. Auf den Leinwänden übersetzen zwei Dolmetscherinnen die die Texte in Gebärdensprache. Die Leute sind gut drauf und feiern uns ab. Nach dem Gig dann die erste Nachtfahrt - es geht direkt in den Bus nach Baden-Baden. Gegen Mitternacht feiern wir im Bus den Geburtstag von Kens Frau Felicia.
05.02.09 – DAY OFF / Baden-Baden
Es kommt mir alles sehr bekannt vor, denn vor ein paar Wochen war ich ja schon mal mit der Panikbaustelle da. Wir haben die Fernsehaufzeichnung Hautnah für den SWR mit Udo gemacht. Ich durfte sogar mein altes Hotelzimmer wieder beziehen, so dass ich mich fast wieder zu Hause fühlte. Ansonsten ist Ausspannen angesagt - Gegen Abend habe ich noch eine Radio Aufzeichnung beim SWR und dann geht's auch schon auf direktem Weg zum Inder, der uns hervorragend bekochte.
06.02.09 – Baden-Baden
Langsam gewöhne ich mich an diese intime Konzerthäuser. Die Atmosphäre hat etwas von einem klassischen Konzert – nur eben etwas lauter…. So genieße ich auch gerne ein Konzert in meiner Freizeit. Nach dem Konzert fuhren wir direkt nach Trier ins eins der schönsten Hotels Deutschlands ;-)
07.02.2009 – Trier
Erste Enttäuschung – Nachts im Pentahotel – in einem 15m2 großem Hotelzimmer mit 5 Gepäckstücken und keinem Roomservice. Irgendwas muss da bei der Booking Agentur schief gelaufen sein. Aber immerhin habe ich mir selbst mein Frühstück hochgetragen. Man(n) ist ja flexibel. Ansonsten ist Trier eine sehr schöne alte Stadt, ganz nach meinem Geschmack, was mich total an den Elsaß erinnert. Abends spielen wir in der Trier-Arena.
08.02.2009 – Wetzlar
Heute ist ein sehr langer Tag, denn zuerst fahren wir direkt nach Wetzlar in die Rittalarena und von dort aus weiter nach Erfurt ins Hotel. Charlie und Frauchen Petra besuchen uns in Wetzlar.
09.02.2009 – DAY OFF
Ein freier Tag in einer meiner Lieblingsstädte. Da die Stadt sehr shoppingfreundlich ist, gehe ich auf Einkaufstour.
10.02.2009 – Suhl
Suhl liegt unter Schnee als wir an der Halle ankommen. Ich war schon einmal hier und erinnere mich. 1987 haben wir schon mal in der Halle gespielt, damals stand die Mauer noch. Peter las aus diesem Anlass, dem Publikum aus seiner Stasiakte vor. Es war ein sehr bewegender Moment. Mir schossen Erinnerungen durch den Kopf, und ich fragte mich, was wohl in meiner Akte steht - die ich anfordern will. Im Laufe des Konzerts stellt sich heraus, dass die Stimme von unserem Frontmann nicht wie sonst klingt. Das hört sich gar nicht gesund an. Nach dem Konzert geht's wieder zurück nach Erfurt.
11.02.2009 – Erfurt
17 Uhr – wie jeden Tag - Soundcheck. Nach keinen 20 Minuten stellen wir alle fest, dass Peters Stimme völlig im Keller liegt. Damit ist uns klar, dass wir so niemals auftreten können, obwohl er selbst das gerne durchziehen möchte. Nach einer kurzen Krisensitzung macht die Band ihm klar, dass er die nächsten Wochen gefährden würde. Zwangspause für Peter. Er muss sich schonen. Ein komisches Gefühl für uns, eben noch Vollgas auf der Bühne - jetzt stehen wir bei den 4.000 Fans im Foyer und erklären die Lage. Wir schreiben Autogramme und Peter erhält Genesungswünsche. Die Konzerte in Erfurt und Leipzig müssen bedauerlicherweise nach hinten verlegt werden. Etwas abgetörnt fuhren wir, viel früher als sonst, zurück ins Hotel.
12.02.2009 – LEIPZIG - ZWANGSPAUSE
Aufgrund der Absage blieben wir einen weiteren Tag in Erfurt. Eine ganz dumme Geschichte, denn mein Sohn Julien und seine Freundin waren extra nach Leipzig angereist um das Konzert anzusehen. Als Trost kamen die Beiden nach Erfurt und wir verbrachten den Abend mit Pascal, Ray Cooper und Collin (unser Toningenieur) in einem fantastischen, italienischem Restaurant. Peter ist beim Arzt und es wird eine üble Stimmbandentzündung und Bronchitis diagnostiziert. Abwarten ist angesagt…
13.02.2009 - DAY OFF -
Wir fahren wie geplant nach Frankfurt und erfahren während der Fahrt, dass Peters Stimme sich auf dem Weg der Besserung befindet.
14.02.2009 – Frankfurt
Peter fühlt sich besser. Zitterpartie - Der Soundcheck lief problemlos. Nach zwei Tagen Pause, Tee und Arzt fühlt Peter sich wieder besser. Nach dem Soundcheck steht fest - wir werden heute Abend die Alte Oper auf den Kopf stellen. Die Stimme hielt.
15.02.2009 – Frankfurt
Alles ist beim Alten, was für ein Glück. Er gibt tierisch Gas. Großes Kino - die Frankfurter feiern uns in dieser alt ehrwürdigen Halle. Unsere Küchenchefin Marita, hat heute Geburtstag und wird lautstark von allen abgefeiert.
16.02.2009 - DAY OFF -
Ruhetag! Wir bewegen uns Richtung Kassel.
17.02.2009 – Kassel
Wieder mal Standing Ovation in Kassel für Pascal und Berte.
18.02.2009 – Münster
Mein alter Freund Steffi Stephan spielt heute Abend mit uns Eiszeit, wie in alten Zeiten. Mit Frank Diez haben wir fast die alte Originalbesetzung. Ich freue mich total auf ihn und Freundin Claudia. Eigentlich wollten wir noch in seinem neuen Jovel feiern – aber das Wetter und die Zeit mahnten uns direkt zum Aufbruch, da wir nach dem Konzert gleich weiter nach Braunschweig fahren. Schade.
19.02.2009 – Braunschweig
Konzert in gewohnter Manier
20.02.2009 – DAY OFF - in Zwickau
Ray, Carl & seine Kinder, Pascal, meine Freundin und ich sind abends in einem französischen Restaurant, welches Pascal aufgetrieben hat. Geschmackvolles Dinner, in familiärer Atmosphäre für Leib und Augen. Einen originalen Franzosen aus dem Elsass hätte ich im Leben in Zwickau nicht erwartet. Es wurde ein 5-Gänge Menü serviert, mit allem was dazu gehört. Wirklich einmalig. Allerdings nicht unbedingt für meine Linie, denn es ging bis kurz nach Mitternacht.
21.02.2009 – Zwickau
Wieder ein langer Tag: Auschecken – Soundcheck – Dinner – Umziehen – Konzert (mit geilem Publikum) – gegen 23 Uhr weiter nach Duderstadt (Nähe Göttingen) – Einchecken – Nachtruhe!
22.02.2009 – Göttingen
Nach dem Konzert gibt es einen kleinen Empfang bei Otto Bock, der die Tabalugastiftung seit Jahren unterstützt. Weiterfahrt nach Hannover. Unser Frontmann bevorzugt diese Nacht mit uns zu fahren.
23.02.2009 - DAY OFF
Ich habe mein Lieblingssteakhaus in Hannover entdeckt. Ausruhen, Bummeln & Shoppen ist angesagt.
24.02.2009 – Hannover
Geile Halle. Fast hätte ich mich auf dem Weg von der Garderobe zur Bühne mit dem Fahrstuhl verfahren. Ging aber alles gut… Nach einem grandiosen Konzert fuhren wir weiter Richtung Köln.
25.02.2009 – Köln
Ankunft am Aschermittwoch gegen 4 Uhr morgens - die Stadt wirkt wie ausgestorben. Gegen 11 Uhr wage ich einen kleinen Spaziergang Richtung Dom. Überall liegt Müll, leere Dosen und Konfetti und noch viel mehr. Die Reinigungskolonnen waren die einzigen Lebenden. Ein wunderschönes Konzert in der Philharmonie. Obwohl ausverkauft, blieben einige Sitze leer, das mag wohl daran gelegen haben, dass einige Jecken es nicht mehr geschafft haben, bis zur Halle zu kommen. Yaris & seine Mama sind wieder zu Besuch. Wenn man Jaris Blick auf der Bühne beobachtet, könnte man fast denken, dass er der fünfte Gitarrist ist.
Pascal hat eine Kehlkopfentzündung die einfach nicht weggehen will und muss leider Antibiotika nehmen. Trotz dessen singt er phantastisch und erntet tierischen Beifall. Heute ist Udo in der Stadt. Nachdem Peter ihn im Dunkeln an seiner Silhouette entlarvte, steht plötzlich der Mann mit dem Hut auf der Bühne.
Nach einem Hammerkonzert geht's für Bertram und mich gleich weiter. In kürzester Zeit wird die Baustelle gewechselt. Nach kurzem Check-in im Hotel geht’s nach zwei Stunden weiter in die Kölnarena – zur Probe versteht sich. Gegen 6 Uhr in der Früh, sind wir mit dem Programm durch und versinken im Tiefschlaf.
26.02.2009 – Köln
Abfahrt gegen 18 Uhr in die Kölnarena. Wir spielen mit Udo heute Abend ein ganz "Kleines" heimliches Panikkonzert :-) vor 5.000 Besuchern. Ein Teil unserer Crew ist auch da. Wahnsinn - wie schnell man umschalten kann...
27.02.2009 – Bremerhaven
Gegen 11 verlassen wir die Karnevalhochburg. Wir fahren direkt in die Halle. Die Reisegruppe Maffay genießt bereits seit gestern Ihren Off Day in der Hafenstadt. Dieser Ort ist mir seit 1969 ein Begriff, da der Manager meiner Band Frumpy aus dieser Stadt kam. Später waren wir mit Udo öfter da, Atlantic Affairs wurde im Stadttheater uraufgeführt.
28.02.2009 – Flensburg
Eine Stadt die ich besonders liebe, denn ich bin seit 4 Monaten Punktefrei :-)
Mit dieser Stadt verbindet mich noch sehr viel mehr, denn wir haben bei den Proben zur Laut & Leise Tour viel Zeit in der Campushalle verbracht.
01.03.2009 – Rostock
Hier war ich vor einigen Monaten bereits mit der Panikgang – zum Start der „Stark wie Zwei – Tournee“. Rostock ist eine tierische Stadt, wobei wir diesmal in Warnemünde nächtigen - was seinen völlig eigenen Charme hat - Ostseeromantik mit Leuchtturm. Nachmittags geht es nach Rostock. Die Rostocker sind fast ausgeflippt als wir auf die Bühne kamen. Peter hielt eine sehr bewegende Ansprache. Viele Erinnerungen wurden wach - 1987, noch vor dem Mauerfall sind wir das erste mal in der DDR aufgetreten. Genau in dieser Halle. In meinem Kopf laufen Bilder von damals ab. Sehr emotionale Momente - Peter, Bertram, Carl und Frank ging dies mit Sicherheit ebenso.
In der Nacht feiern wir Eva's Geburtstag - ganz nach Tourmanier - im Bus.
02.03.2009 – Lübeck
Die Marzipanstadt - aber da muss ich leider passen, denn mein zweites ich sagt zur mir, strengstens verboten - sonst explodiert die Waage.
03.03.2009 - DAY OFF -
Der Bandbus steuert meine Heimat an. Ich bin das erste mal nach fast 2 Monaten zu Hause und genieße die paar Stunden. Frank durchsucht gleich meine Speisekammer nach französischen Spezialitäten. Pascal geht direkt vom Bus zum Kühlschrank - trotz meiner Warnung, dass da wohl nicht viel zu erwarten ist. Alles ziemlich normal, Leute treffen, einkaufen, Post durchwühlen, kurze Büroarbeit. Also kein wirklich freier Tag. Außerdem wurden meine sämtlichen Gepäckstücke in der Diele auseinandergenommen und ausgetauscht für die nächsten Wochen.
04.03.2009 – Bremen
Gegen 14 Uhr fuhren wir, mit Julien und Freundin nach Bremen. Einige Tourneen, haben wir hier mit Peter und Udo genau hier in Bremen gestartet. Erinnerungen werden wach. Nach dem Konzert geht's direkt weiter nach Dortmund.
05.03.2009 – Dortmund
Konzerthaus, die Heimat der Dortmunder Philharmoniker, Sehr intim - man konnte fast jedem Zuschauer direkt in die Augen kucken. Außer in der 3. Etage vielleicht. Das Haus lag direkt in der Stadtmitte, was mir sehr zu gute kam, denn ich fand zwischen Soundcheck und Konzert einen tierischen Laden an der Ecke, der mir mein heutiges Bühnenoutfit sicherte.
06.03.2009 - DAY OFF -
Geschäftsmeeting in Mannheim mit dem Hauptsponsor meiner Stiftung. Ansonsten ein entspannter Abend. Wetter beschissen. Dauerregen!
07.03.2009 – Mannheim
Der Fahrstuhl im Rosengarten ist wohl kaputt, so dass heute Vormittag die Crew beim Aufbau erhebliche Verzögerungen hatten. Wir fangen etwas später mit dem Soundcheck an. Dazu kam ein Live-Videodreh fürs Internetportal. Da Mannheim schon immer eine Maffay-Stadt war, ist das Publikum unbeschreiblich laut. Wetter immer noch beschissen, aber wir sind ja eh in der Halle. Nach dem Konzert geht’s nach Siegen. Ziemlich stürmische Fahrt.
08.03.2009 – Düsseldorf
Die Tonhalle fasziniert mich. Wir sind so dicht am Publikum,. Etwas besonderes passiert diesen Abend. Vor "Sieben Brücken" übergibt Peter das Mikro an Werner, der seiner Liebsten von der Bühne herunter einen Heiratsantrag macht. Der ein oder andere wischt sich die Tränchen aus dem Gesicht
09.03.2009 DAY OFF - Siegen
Aber nicht irgendein Day Off – sondern das Bergfest. Heute haben wir genau die Hälfte der Tour hinter uns. Und es wird natürlich aus diesem Anlass gefeiert. In einer eigens angemieteten Bowlingbar steigt die Fete mit dem kompletten Team. Bernie, unser langjähriger Produktionsleiter und Peter halten eine kurze Ansprache bevor die Kugeln über die Bahnen fliegen. Im Übrigen - es regnet immer noch.
Mein Menü am Abend:
3 Mettbrötchen
2 Frikadellen
1/2 Portion Kartoffelsalat
54 Pommes Frites
1 Packungen Majo
1 Packungen Ketchup
2 Doppelte Espresso
2 Milchkaffee
2 Große Mineralwasser, mit Zitrone versteht sich
2 Achterpackungen Paris Hilton Sekt (Teile verschenkt)
Kann sein, dass ich mich in der Menüzusammenstellung verkalkuliert habe, denn ich war leicht von Paris Hilton angebreitet. An dem Wetter hat sich wenig geändert. Um genau 22:22 verließen wir das Lokal und fuhren mit dem kleinen Luxus Reisebus ins Hotel zurück. Inzwischen ist es 3:20 Uhr und ich bin immer noch wach, draußen ist der Regen lauter als meine Stereoanlage und ich quäle mich seit vier Stunden, für Euch dieses poetische Tagesbuch zu dokumentieren.
10.03.2009 – Siegen
Heute gibts die seit langem angekündigten Tourjacken. Peter hat eine sehr geschmackvolle Jacke ausgesucht. Das ist mit Abstand die Schönste seit langem.
11.03.2009 – Koblenz
Charlie ist da - der kleine ist der wahre Star der Tour! Wenn ich ihn so sehe, dann wird mir immer mehr bewusst, dass ich mir einen Hund wünsche. Irgendwann hab ich die Zeit dazu. Berte hat mir - stilecht - die französische Ausgabe von Charlie empfohlen. Muss ich mir mal ankucken.
12.03.2009 – DAY OFF - Ottobeuren
Die Sache mit dem Wetter ist irgendwie verhext. Draußen liegen Unmengen Schnee, es ist arschkalt und Nieselregel gibts gratis dazu. Mir ist die Lust am spazierengehen gründlich vergangen. Viel Anderes kann man hier auch nicht tun. So kümmere ich mich ums Büro und Abends bekomme ich Besuch von meinem Banker, der zufällig in der Nähe ist. Geschäftsgespräche. Im Übrigen sehr zu empfehlen - die hausgemachten Trüffelpralinen des Parkhotels Maximilian, die leider, leider unverkäuflich ist, aber dennoch an der Rezeption auf willige Abnehmer warten. Ich kann Euch übrigens versichern, dass viele aus der Band, mehrfach dort gesichtet wurden...
13.03.2009 – Kempten
Nix neues
14.03.2009 – Freiburg
Freiburg ist eine wunderschöne Stadt. Mittags gehe ich noch ein wenig durch die Gassen bummeln.
15.03.2009 –DAY OFF - Magdeburg
Ich geh mit meiner Freundin Abends zum Italiener essen. Selten hab ich so nett, gut und günstig gegessen und das in Magdeburg. War wirklich ein Hammer der Laden.
16.03.2009 – Magdeburg
Ein bisschen Ostalgie weht durch die Hallen. Ansonsten schönes Konzert mit jeder Menge gut singender Kinder auf der Bühne.
17.03.2009 – Zwickau
Nach dem Konzert geht es direkt weiter Richtung Süden. Wir wohnen heute Nacht in Stuttgart, wegen der besseren Zimmer. Aber zwischen Bus und Bett gibts noch eine kleine Panne zu meistern. Der kleine Bus, der mit einem Teil der Musiker schon vor fährt, ist mit einem geplatzten Reifen 100km vor Stuttgart liegen geblieben. Wir sammeln Musiker und Koffer ein und überlassen unseren armen Fahrer Klaus seinem Schicksal.
18.03.2009 – Pforzheim
Klaus ist wieder da - mit Bus.
19.03.2009 – Frankfurt
Ganz besonderen Besuch gibt es Heute vom Chef der SEB Bank. Ich freue mich schon drauf. Tania, Felicia, Petra, Erika und meine Freundin sind da - das Kaffeekränzchen perfekt. Eigentlich müsste ich Euch ja mal ein Familienfoto präsentieren. Kommt noch, wenn sich das nochmal ergibt.
20.03.2009 – DAY OFF / Zürich
Schnief, meine Freundin haben wir unterwegs abgesetzt. und fahren jetzt erstmal weiter Richtung Zürich. Viel gibt es hier nicht zu berichten, da wir nicht in der Stadt, sondern am Flughafen wohnen... Naja morgen wird alles besser.
21.03.2009 – Zürich
In der Schweiz ist alles anders. Kennt Ihr die Welle? Die Schweizer haben nämlich eine ganz eigene Art sich bei den Musikern zu bedanken, wenn's gefällt.
22.03.2009 – DAY OFF / Berlin
Unser Bus ist schon vorgefahren. Da wir auch nicht mehr die Jüngsten sind, fliegen wir mit kleinem Gepäck ganz komfortabel von Zürich nach Berlin. Noch schnell leckere Schweizer Schokolade für zu Hause kaufen und schon geht's ab in den Flieger.
27.03.2009 - DAY OFF - Berlin
Ausspannen in Berlin. Beim Essen treffe ich zufällig einen guten Freund und Entree-Mitstreiter beim Sushi-Essen. Lustig - Klein ist die Welt.
28.03.2009 Berlin
Etwas nervöser als sonst geht's auf die Bühne. Heute haben wir ein komplettes Filmteam für die DVD Aufzeichnung am Start. Die Kameras empfinde ich heute leider als etwas störend.
29.03.2009 Berlin
Beim Dreh muss man aufpassen, dass man auch identisch das gleiche an hat, wie am Vortag. Die Aufnahmelichter der Kameras wurden heute abgeklebt. Was ein Glück! Heute merke ich überhaupt nicht das ein paar Menschen mehr auf der Bühne sind. Geiles Konzert - geile Energie.
30.03.2009 Hamburg
Über Tag habe ich viele Geschäftstermine in Hamburg. Mit Julien bin ich vormittags bei einem Interview für seine Band "The Glam" mit der BILD Zeitung verabredet. Ein voll gepackter Tag mit viel Action. Nachmittags wird es ruhiger. Ich treffe viele Freunde die alle zum Konzert gekommen sind. Nach dem Konzert gibt es im Hotel noch eine lange Party. Wenn man so lange weg ist, dann pflegt man seine Kontakte eben von unterwegs aus. Pascal spielt in der Hotelbar noch lange am Klavier für seine Mama. Emotionale Momente
31.03.2009 Hamburg
Eine einmalige Begebenheit in Hamburg ist heute meine erste Frau Christel, meine zweite Frau Inge und meine Freundin da. Die drei verstehen sich blendet und ich komme mir vor wie der Hahn im Korb.
02.04.2009 Essen
Mein früherer Frumpy Manager Bodo Albes ist heute zu Besuch. Ich freue mich ihn wieder zu sehen. Leider fahren wir nach dem Konzert direkt weiter nach Bielefeld.
03.04.2009 Bielefeld
Wir kommen früh morgens im Hotel an. Auf mich warten schon zwei Pakete. Ich packe meinen neuen Apple aus. Ansonsten herrscht strahlender Sonnenschein und ich genieße den Tag, Bielefeld und das Konzert.
04.04.2009 Siegen
Vor ein paar Wochen haben wir hier Bergfest gefeiert. Mittlerweile ist es wärmer geworden und der Frühling hält langsam Einzug.
05.04.2009 Düren
Ich freunde mich mit dem kleinen süssen Jack Russel Mann Joe an. Ansonsten steht noch eine Nachtfahrt auf dem Programm nach Stuttgart.
06.04.2009 DAY OFF - Stuttgart
Ich verbringe den Tag in Stuttgart. Wir sitzen auf dem Beethovenplatz und genießen die frühsommerliche Atmosphäre. Aus der Liederhalle strömen klassische Klänge. Schade das Konzert hätte ich mir gerne angeschaut - zu spät gesehen.
07.04.2009 Stuttgart
Schöner Gig und Langer Ritt - Nach dem Gig fahren wir weiter nach Dresden.
08.04.2009 Dresden
Schönes Konzert und morgens erst mal durch die Stadt. Dresden ist wirklich eine Augenweide.
09.04.2009 Erfurt
Leider bleibt mir keine Zeit zu meinem Lieblingsitaliener zu gehn. Dafür ist Abends vor dem Gig noch eine professionelle Massage drin.
10.04.2009 DAY OFF - Hamburg
Wir haben Zwangspause. Am Karfreitag darf nicht gefeiert werden. Also genieße ich den Tag mit meiner Freundin an der Alster.
11.04.2009 DAY OFF - Hamburg
Kurz nach Hause - Koffer abladen, auspacken. Jetzt sind es nur noch ein paar Tage.
12.04.2009 Hamburg
Der vorerst letzte Gig in meiner Heimat. Viele Freunde sind da, auch Udolius ist gekommen. Pascals Mama ist aus Schweden da. Family ist komplett und natürlich wie kann es anders sein. Schnell in den Bus und weiter zur nächsten Stadt
13.04.2009 Leipzig
Das Gewandhaus ist eine der heiligen Hallen für Musiker. Ich selbst war auch schon oft hier. Mit Udo haben wir bei der Belcanto Tournee hier gespielt. Beeindruckend schöner Bau.
14.04.2009 Magdeburg
Der letzte Tag ist immer etwas ganz Besonderes. Man hat normalerweise so in etwa das Gefühl nach einem Landschulheimaufenthalt, wenn sich alle trennen... Aber so sehr wie ich diese Familie liebe, so sehr freue ich mich nach Hause zu kommen, nach 3 Monaten Tournee. Wir haben ein geiles Konzert und eine schöne, familiäre Backstage Party. Am Tag danach geht's zügig zurück nach Hause an den Schreibtisch...
Bis demnächst...




